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Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
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thümer angeſtellt worden, und erhielt nach und nach die Aufſicht über die Antiquitäten und das Münzkabinet mit einem für damals bedeutenden, auf 1000 Rthlr. ſteigenden Gehalte.

Dieſe günſtige Stellung und eine glückliche Berliner Heirath ſchwellten ſeinen natürlichen Hochmuth, ſeinen Eigendünkel und ſeine Selbſtgenügſamkeit in's Anmaß liche. Gegen die Abneigung des Publikums nahm ihn Schlieffen unter ſein perſönliches Anſehn. Raspe, un⸗ ruhig, genuß⸗ und geldgierig, brachte den Landgrafen zu dem Aufwande, ihn die Paderborner Klöſter bereiſen zu laſſen, um Abſchriften der Kloſterſchätze für die Bi⸗ bliothek zu erwerben. Ja, er ſetzte es durch, daß er auf Koſten des Landgrafen nach Italien geſchickt wurde, um Kunſtſachen und Alterthümer zu gewinnen.

Doch der erſte Schritt zu dieſer erwünſchten Reiſe, führte ſeinen Sturz herbei. Er hatte Urlaub erhalten, ſeine Familie auf die Dauer ſeiner Abweſenheit nach Berlin zu bringen, und ſchickte von Münden aus, als vergeſſen, den Schlüſſel zum Medaillenkabinet ein. Aber die Uebernahme des Kabinets von Seite eines Stell⸗

vertreters nahm den Gang nicht, den er ſich verſprochen

haben mochte. Man ſucht nach dem Inventar, und da ſich keines findet, wird er zum Zwecke der Ueber⸗ lieferung des Kabinets zurückberufen. Prahlereien mit unterwegs gemachten hohen Bekanntſchaften überheben