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Du haſt mich hingehalten; wer hätte nicht mit vierhundert Gul⸗ den in die Welt hinaus können und glücklich ſein? Vierhundert Gulden und Freiheit, und jetzt!— gar nichts! und verloren zu ſein!— Barmherzigkeit, es iſt zu ſpät!“
Bei dien Worten ließ der Gevatter den Steinmann los und ſchaute mit erdfahlem Geſtcht über den Platz hin, wo ſich mehrere Leute näherten, un ynen einige frühere Collegen des Steinmann. Dieſer dr k bei den Worten:„es iſt zu ſpät!“ den Kopf langſam nach dem Fenſter herum, als fürchte er, ein Geſpenſt zu ſehen; dann aber, als er für ihn noch viel Schrecklicheres bemerkte, warf er den Gevatter haſtig von ſich ab, ſtürzte zur Zimmerthüre hinaus und warf ſie hinter ſich ins Schloß, und das war das Werk eines Augenblickes.
Der Gevatter, davon überraſcht, ſtürzte ebenfalls nach der Thüre und erfaßte gerade mit den Händen das Schloß, als er bemerkte, wie von außen der Schlüſſel umgedreht wurde. Dann eilte er zurück an die vergitterten⸗Fenſter, riß einen Flügel auf und ſchrie hinaus auf den Platz:„Hieher Leute, hieher! Da bin ich! Der Steinmann iſt azch hier, aber paßt um Gottes willen auf, er iſt in die Kirch hi Lin! Gebt Achtung, ich bitte euch, gebt Achtung, daß er rißt muvon kommt!“
Auf dieß hin ſprangen einige der Polizeiſoldaten in die Meßnerei, und während ſie die Thüre des Wohnzimmers auf⸗ ſchloßen, und den Gevatter feſtnahmen, blieben andere um die Kirche herum, Thüren und Fenſter derſelben genau im Auge behaltend.
Der Steinmann, dem, als er Gewißheit über ſein Schick⸗ ſal hatte, für einen Augenblick die alte Geiſtesgegenwart zurück⸗ kehrte, war in der That durch die Sakriſtei in die Kirche geeilt und ſpähte umher, wo eine Möglichkeit des Entkommens ſei. Richtig! dort war die kleine unbekannte Thüre, die hinab in


