Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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248 Achtunddreißigſtes Kapitel.

war ein mattes, erkünſteltes, und obgleich er ſich feſt aufrichtete, als wolle er Allem, was da kommen könne, ſtandhaft in's An⸗ geſicht ſehen, ſo fuhr er doch im nächſten Augenblick heftig er⸗ ſchreckt nach der Stubenthüre, wo ſich ein Geräuſch vernehmen ließ, und knickte faſt zuſammen, als dieſelbe geöffnet wurde und der Gevatter herein trat der Gevatter, der, wie der Stein⸗ mann ſicher glaubte, Stadt und Land ſchon ſeit einer Woche ver⸗ laſſen habe.

Mit bebender Lippe verſuchte es der Steinmann, eine Fluth von Verwünſchungen über ihn auszuſprudeln; aber der Gevatter, welcher ſehr blaß und angegriffen ausſah, ſchuttelte leicht mit Kopf und Hand und verſuchte ſolchergeſtalt pantomimiſch auszu⸗ drücken, daß der Zeitpunkt nicht gut gewählt ſei, eine Straf⸗ predigt zu halten.

Gebt mir einen Schluck Wein, ſagte er, indem er ſich auf einen Stuhl niederwarf, nach der Flaſche auf dem Tiſche griff und einen dien Zug daraus that.Sol jetzt iſt mir beſſer. Wenn ich nur thon wieder fort wäre! 1

Als der Gevatter nach der Flaſche griff und ſie an ſeinen Mund brachte, ſah der Steinmann ſtarr auf die Hand deſſelben, und er mußte etwas Unheimliches da bemerken, denn ſein Geſicht⸗ wurde noch fahler, als es ſchon war, ſein eines Auge vergrößerte ſich zuſehends und ſogar das andere, das ſchon Jahre lang in ſeiner Höhle verborgen ſchlief, ſchien neugierig durch den Spalt derſelben zu lauſchen. Dann, ohne ſeinen Blick von der Hand abzuwenden, nickte er dem Gevatter fragend mit dem Kopfe, worauf derſelbe ebenfalls einen Blick auf die Fauſt warf und dann mit den Achſeln zuckte und ebenfalls nickte.

An der Hand beſgnd ſich ein kleiner rother Blutflecken.

Wer? fragte der Steinmann mit tonloſer Stimme; war ſie es?