Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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240 Siebenunddreißigſtes Aapitel.

Tag Zeit dazu und gehen den Abend alle zuſammen in's Theater, um das Ballet anzuſehen, in welchem unſer Freund, der alte Dubel, jetziger Dubelli, zum erſten Male auftreten wird. Ueber⸗ morgen iſt dann die Hochzeit, wenn die Jungfer Braut nichts dagegen hat.

O ja! lachte Jean;ihr wird's ſchon morgen lieber ſein! eine Bemerkung, welche die Erwähnte zu uberhören ſchien, indem ſte dem Oberkutſcher freundlich zunickte.

Alſo übermorgen die Hochzeit! fuhr der Oberkutſcher. fort,und den Tag danach das Banket mit dem Stallperſonal. Auf dieſe Art haben wir, wie die großen Herrſchaften, drei hohe feſtliche Tage.

Alles war mit dieſem Plane einverſtanden und verſprach, nicht zu fehlen bei dem Theater morgen Abend und der Hochzeit übermorgen, bis auf die alte Kiliane, deren Ausſehen heute überhaupt nicht ſo friſch und geſund war, wie ſonſt. Sie hatte 4 auch nur eine einzige Taſſe Kaffee und ein halbes Stück Kugel⸗ hopfen genoſſen und verſicherte, es ſei ihr gar nicht zu Muthe, wie ſonſt. Dieß bekräftigte die Frau Welſcher und ſagte leiſe zu ihrer Nachbarin, die Jungfer Kiliane ſei mehrere Tage zu Hauſe geblieben, habe ihr Bett aufſchlagen laſſen und ihr Zimmer in die ſchönſte Ordnung gebracht, worauf die Winklere unter dem Tiſch die Hände faltete und leicht mit dem Kopf ſchüttelte. Die alte Jungfer dagegen ſchien dieß, ſowie überhaupt von den Ver⸗ handlungen nicht viel zu bemerken. Neben ihr auf einem Schemel ſaß die kleine Marie und ſie pätſchelte mit ihren dürren weißen Händen den ſchwarzen Lockenkopf des Kindes. Sie ſaß in tiefen Gedanken, und als die Geſellſchaft ⸗ſchon längſt wieder über etwas

Anderes geſprochen hatte, ſagte ſie auf einmal:ja, übermorgen iſt Donnerſtag und wenn ich auch vielleicht nicht ſelbſt zur Trauung kommen kann, ſo will ich zu Hauſe für Euch beten.