Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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238 Siebenunddreißigſtes Kapitel.

auch heute das ſämmtliche Stallperſonal feſtlich geputzt daher. Doch waren ihre Mienen fröhlicher, die ältern Kutſcher und

Reitknechte ſchienen mit dem, was ſie eben gehört und erlebt,

zufrieden, die Stallbuben machten einander kleine Anleihen von Kopfnüſſen und dergleichen, die in demſelben Augenblicke aber ſchon mit reichlichem Zins zurückbezahlt wurden. Sie pufften ſich nach allen möglichen Richtungen herum und thaten ſo, als freuten ſie ſich heute zum letzten Mal ihres Lebens, indem ſte wußten, daß ſchon morgen eine feſte, ſtrenge Hand über ihrem Haupte ſchweben würde.

Jetzt war das ſämmtliche Perſonal in dem Stalle verſam⸗ melt, und Alles begab ſich unaufgefordert zu ſeinen Pferden, ſtellte ſich dort auf und ſah erwartungsvoll die Stallgaſſe hinab. Auch die Stallwache hatte ihren Poſten verlaſſen, hatte neben Tibull und Pluto zwei Stallbuben aufgeſtellt, wovon Go einen bordirten Hut, der andere die berühmte Peitſche mit dem Elfenbeingriffe trug.

Lieber Leſer! wir bemerken deine peinliche Spannung und wollen deßhalb kraft der Macht, die uns verliehen, unſerer Namenloſen Geſchichte einen Augenblick vorgreifen, und wollen dir hiemit feierlichſt verkündet haben, daß Seine Majeſtät der König geruht, an die Stelle des ſeligen Herrn Mundels einen neuen Oberkutſcher zu ernennen, und daß dieſer Oberkutſcher nicht der ruſſtſche Engländer mit dem unausſprechlichen Namen war, vielmehr unſer Freund, der Herr Joſeph Winkler.

Dort kommt er in Begleitung eines königlichen Stall⸗ meiſters von dem alten Oberſtallmeiſteramte mit dem alten Dekret in der Taſche, kraft deſſen er nicht mehr nöthig hat, den alten Geſpenſterwagen zu fahren, vielmehr dadurch befähiat iſt. die Allerhöchſte Leibkutſche zu dirigiren. f ſie auf

Obgleich der Chirurgus nach jenem Unglücke die Geneſung in eirca ſechs bis acht Tagen verſprochen, ſo hatte doch dieſelbe