324 Einundzwanzigſtes Kapitel.
ganzes Anſehen nothwendig, um das Geſchrei endigen zu machen und die Ruhe wieder herzuſtellen.„Wir müſſen unbedingt eine Hausausſuchung halten,“ ſagte er und ordnete dazu das Nöthige an.
Die Männer des Hauſes ſchloßen ſich den Soldaten und dem Steinmann an, es wurden Laternen gebracht und man fieng zuerſt auf dem Boden des Hauſes an, emſig zu ſuchen, um, wie der Steinmann wohl wußte, nichts zu finden; eben ſo in den Zimmern der Kiliane und in den andern des dritten Stocks, dann im zweiten Stock, im erſten, im Parterre und zuletzt in dem Keller— nirgends fand ſich eine Spur von Räubern und Mör⸗ dern! Der Steinmann war äußerſt ergrimmt und fluchte bedeu⸗ tend über die Frechheit und Verwegenheit der Diebe; er gieng in den Hof hinaus, unterſuchte den Holzſchuppen unter den Zim⸗ mern der Madame Müller, fand aber natürlicher Weiſe nichts und ſah, daß die Hinterthüre feſt verſchloſſen und ſogar von innen verriegelt war.
„Es hilft nichts,“ ſagte der Steinmann,„wir müſſen auch die Zimmer da droben im Hinterhauſe unterſuchen, meine Herren, wenn Sie hier unten warten wollen, ich will mit den Soldaten hinauf gehen und mich droben umſehen. ℳ
Mit zitternder Hand zog er an der Klingel, die zur Woh⸗ nung der Madame Müller gehörte, und erſt, als er ſah, daß man droben Feuer ſchlug, ſtieg er mit den beiden Soldaten hinauf. Im tiefſten Negligé wurden ſte droben von der Bewoh⸗ nerin empfangen, welche ſich ſchreiend zurückzog, als ſte den Steinmann von der Polizei und ein paar Soldaten erblickte und erſt nach längerem Parlamentiren dem Erſteren den Ein⸗ tritt in's Zimmer gewährte; die Soldaten mußten auf der Treppe bleiben.
„Alles in Ordnung?“ grinzte der Steinmann, als die


