Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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312 Einundzwanzigſtes Kapitel.

Dienſt läßt unſereins nicht oft dazu kommen, das Haus des Herrn zu beſuchen. Die Leute haben des Sonntags Morgens eine wahre Wuth, ihre Wäſche zum Fenſter hinaus zu hängen, ſo wie ihre Blumentöpfe vor demſelben zu begießen; auch kann man es den herrſchaftlichen Wagen tauſend Mal anempfehlen, bei der Kirche langſam vorbei zu fahren,'s hilft Alles nichts, und in dem Punkte ſind die Hofkutſcher die allerſchlimmſten und unter den Hofkutſchern einer wie heißt er doch gleich? richtig! Winkler! der allerſchlimmſte.

Winkler Winkler, entgegnete der Stadtrath;ſonſt kein übler Mann, dieſer Winkler; ich kenne ihn, ſeine Mutter war früher bei den Stadtlaternen angeſtellt, ich habe ihr jetzt die Muſeumsquittungen anvertraut.

Leider! entgegnete der Steinmann;leider! ich muß geg

das wiederholen, leider! Es iſt ein altes, böſes Weib, und

wenn ich mich recht erinnere, ſo trägt ſie gerade im jetzigen Au⸗ genblicke ein Circular des Löſchcorps herum.

Ein Circular des Löſchcorps?! rief entſetzt der Stadt⸗ rath;eine alte Frau, ſo nahe dem Grabe, agitirt contra neue Kirche? Oh, das iſt ganz entſetzlich!

Freilich entſetzlich! ſeufzte der Stadtſoldat,und der Herr Stadtrath ſollten auf dieſe Perſon ein ſtrengeres Auge behalten.

Das werde ich, guter Steinmann, entgegnete Vater Schwämmle, und machte in ein Papier auf ſeinem Pult eine kleine Bemerkung;das werde ich, wie kann ein vernünftiger Menſch pro Löſchcorps contra Kirche ſein?

Der Stadtſoldat, der, innerlich frohlockend, überzeugt war, Unkraut unter den Waizen geſäet zu haben, und den das Ge⸗ ſpräch über eine neue Kirche bedeutend langweilte, zog ſich ſachte nach der Thür zurück, indem er ſagte:alſo vermelde