Teil eines Werkes 
8. Bd. (1860)
Entstehung
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1.

Jenſeits der Tiber, hoch auf dem Janiculus, liegt in Rom das Kloſter San⸗Pietro in Montorio.

Eine der ſchönſten Ausſichten über die Siebenhügel⸗ ſtadt genießt man dort auf dem Platz vor einer Kirche, deren erſte Anlage zu den urälteſten gehört. In ihrer ſpätern Erneuerung verräth ſie nicht ganz jenen mehr

prächtigen, als ſchönen Geſchmack, in welchem faſt alle Kirchen Roms gebaut ſind...

Pinien und Cypreſſen bezeichnen die Stätte, von wo das Auge die im Abendroth verſchwimmenden violetten Contouren des Horizonts bis zu den Sabiner⸗ und Al⸗ banergebirgen verfolgen kann. In nächſter Nähe ſchwimmt, von Abendnebeln durchzogen, das unermeßliche Häuſer⸗ meer, durchſchnitten von den Krümmungen der Tiber. Zahlloſe Kirchen ragen auf, zahlloſe Paläſte, das Capi⸗ tol mit ſeinen Trümmern aus der eiſernen Römerzeit, die Engelsburg mit ihrem ſein Schwert ſenkenden Sanct⸗ Michael auf der Zinne... Ein Bild, groß und herr⸗ lich wie die Viſion einer Verheißung...

Der erſte Gedanke jedes Pilgers, der in Rom an⸗