Teil eines Werkes 
6. Bd. (1860)
Entstehung
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deſto ſanftern Schlummer, aus dem ſie Niemand mehr wecken mochte...

Onkel Levinus gehörte einer Familie an, die in den frühern geiſtlichen Zeiten die Landoberjägermeiſter der Fürſtbiſchöfe von Witoborn geweſen waren. In jagd⸗ gemäßen Traditionen war er aufgewachſen. Aber von dem Ideal eines Nimrod ſtand er ſo weit entfernt, daß Tante Benigna vollkommen Recht hatte zu befürchten, man könnte ſtatt der erlegten Hirſche und Rehe auch allenfalls ihn ſelbſt, den weiland Candidaten des Erb⸗ landoberjägermeiſteramts, auf dem Beutewagen nach Hauſe fahren. Wie ſie ihm die Pelzkappe darreichte, den Fuß⸗ ſack ſeinem Leibſchützen Soetbeer auf die Seele band, ja ſogar dieſem zuflüſterte, wenn der Baron einen feuch⸗ ten oder zu langen Stand im Walde bekäme, den Fuß⸗ ſack bei der Hand zu behalten; wie ſie das Lederfutter unterſuchte, in welchem die prachtvoll damascirte Doppel⸗ flinte geborgen lag, da hätte nur die frühere Arm⸗ gart gefehlt, um dieſen Abſchied aus dem Tragiſchen ins Komiſche zu überſetzen.

Onkel Levinus bewegte ſich in ſeinem Jagdeoſtüme, zu welchem ſich noch die Wildſchur geſellte, wie ein Pelzmärtel zur Weihnachtszeit. Aus Bär und Zobel konnte man ihn kaum herausfinden. Das Geſicht war erkennbar nur an zwei Brillengläſern, ohne die er

heute behauptete keinen Rehbock zu treffen. Bei ſeinen

Fabrikationen von Berliner Blau, Stärkemehl, Pott⸗ aſche und künſtlichen Düngererden hatte er nie die Brille nöthig; nur auf die Jagd nahm er ſie mit, um den Spott, der ihn als Abkommen ſo vieler fürſtbiſchöflicher