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351 Ueberraſchung verdeckten, die er ſelbſt ſo überſtrömend voll und vom tiefſten Herzensgrunde ganz empfand.
Da iſt der Hausſchlüſſel! ſagte Benno nach einer Secunde und warf ihn hinunter.
Thiebold hob den Schlüſſel auf, ſchloß die Haus⸗ pforte und ſtieg die ſchmale Stiege zu ſeinem Freunde und zum gemeinſchaftlichen Frühſtück hinauf.
Er wußte, daß er ſeinem bewunderten und ange— beteten Aſſelyn nicht um den Hals fallen durfte; er wußte, daß ihm jede weitere Erörterung des Misver⸗ ſtändniſſes mit den Worten würde abgeſchnitten werden: Sie ſind ein närriſcher Kerl!... Er wußte, daß ſeine ganze zu einer Scene der innigſten Zärtlichkeit geneigte Stimmung ſofort die kalte Douche der Ironie bekommen würde. Aber wie er ſo Stufe um Stufe hinaufſtieg, fühlte er doch, er kam aus einem Chaos voll Nacht, voll Kampf, voll Wahn, voll Thorheit zu einem Menſchen, der ſein überwallendes Herz beruhigen, die dunkeln Stimmungen ſeiner Seele erleuchten, ihn im Straucheln halten, im Irren führen konnte, zu einem Freunde, zu dem, ſo jung er war, er und mancher andere hätten ſprechen dürfen:
Bei dir— iſt Licht und Ruhe!
Darin glichen ſich Bonaventura und Benno, daß jeder von ihnen umſtrickt und umſponnen war von einem durch Schickſalshand angelegten Lebensräthſel. Aber auch darin glichen ſie ſich, daß von einer zu hoffenden Löſung deſſelben ihnen und andern mehr abhängen mußte als nur — ihr eigenes Glück.
Ende des zweiten Buchs.


