folgenden Tage zwiſchen vier und fuͤnf Uhr Nachmit⸗ tags auf dem Schloſſe eintreffen werde. Alle Damen des Schloſſes verſammelten ſich an dieſem wichtigen Tage punct vier Uhr im Saale. Die Maͤnner machten die Be⸗ merkung, daß die Frauen ſaͤmmtlich in einem viel groͤße⸗ ren Staate als gewoͤhnlich erſchienen, mit Ausnahme der einzigen Athenais, die dem Anſchein nach hoͤchſt einfach, aber ſo ausgeſucht geſchmackvoll und elegant gekleidet war, daß es dem Scharfblick des unruhigen Seymour nicht entgehen konnte. Er hatte ſich in einem entfern⸗ ten Winkel des Saals neben Werner geſetzt.
„Ach, mein Freund“, ſagte er zu dieſem, ganz leiſe:„nie war ſie ſo ſchoͤn; ich bin verloren.“
„Wie ſo?“
„Seyn ſie uͤberzeugt, daß der Wunſch zu ge⸗ fallen einen gewiſſen Zauber uͤber die Schoͤnheit ver⸗ breitet, der ſie noch um eines ſo reizend macht.“
„Wunſch zu gefallen! Sie hat ihn ja noch nie geſehen.“
„Sie hat aber oft von ihm reden gehoͤrt! Ihre Einbildungskraft iſt exaltirt, verfuͤhrt... Ein Prinz im Glanze der Jugend, der Tapferkeit und eines ro⸗ mantiſchen Mißgeſchicks, dieſer Name, der an eine ſo beruͤhmte Regierung, an einen ſo glaͤnzenden Ruhm aus der neuern Zeitgeſchichte erinnert; dieſer durch die


