ter, mein Neſſe und ein Mann von bewähr⸗
Mr 16² r dir zu melden, doch eile ich, ſie dir zu hinter⸗ bringen, damit du deinen Aufenthalt in Ma⸗ drid um einige Monathe noch verlängerſt. Verbanne Ines aus deinem Andenken, ſie iſt deiner nicht mehr würdig: ſie nahm die Flucht mit einem Fremden, der erſt ſo kurze Zeit im Thale wohnte, daß noch ſein Name unbekannt war. Er war erſt am Abend an⸗ gelangt, und ſie, ſtatt ſich nach der bey uns üblichen Mädchenſitte in ihre Hütte zu ver⸗ ſchließen, ſuchte ihn nicht nur auf, ſondern
— welch unerhörte That in unſerm abgeſchie⸗ 3
denen Thale!— entwich mit ihm am folgen⸗ den Morgen bey Tagesanbruch. Ein von ih⸗ rer eigenen Hand geſchriebener und gefertig⸗ ter Brief läßt nicht den geringſten Zweifel übrig. Alſo vergiß die Elende, ſie war nicht die Verführte, ſondern ſelbſt Verführerinn; denn du weißt, kein Fremder wagt es, in eine der Hütten zu dringen, wo die jungen Mädchen ſind, und eben ſo wirſt du auch wiſſen, daß Dom Pedro Ines nur deßwegen anſichtig ward, weil er ſelbſt ſchon Hausva⸗


