1Vv Vorbericht des Ueberſetzers.
und ſichern Quellen, ſo weit es ihnen moͤglich war, geſchoͤpft; viele, bisher wenig oder nicht bekannte, Namen ſind angefuͤhrt, wenn ſie charakteriſtiſche Belege gaben; ſo daß ſich das Ganze durch Mannichfaltigkeit, Ordnung, Praͤciſion und Reichhaltig⸗ keit auszeichnet.
Die auf dem Titel genannten Verfaſſer ſind als achtungs⸗ werthe Gelehrte bekannt, und ihre Mitarbeiter wandeln mit ihnen auf gleicher Bahn. Denn alle Schilderungen athmen im Ganzen den Geiſt der Liebe zum Edlen, Guten und Schoͤnen,
zu dem, was hier und jenſeits uns heilig iſt, den der Unpartei⸗
lichkeit(namentlich in Bezug auf Auslaͤnder), einen gluͤhenden Patriotismus, der jeden, von welchem Volke er auch ſey, wenn er frei iſt von kleineren Leidenſchaften, zu eigner Vaterlandsliebe hoͤher begeiſtern muß, und den Sinn fuͤr wahre Freiheit, welche die zuͤgelloſe Anarchie eben ſo ſehr verabſcheut, als willkuͤhrliche Herrſchaft, und nur da wohnen mag, nicht allein, wo, wie Klopſtock ſagt, das Geſetz und Viele, auch, wo das Geſetz und Einer, herrſchen.
Mit allem dem ſoll nicht behauptet werden, daß dieſes Werk frei von Irrthuͤmern und nationeller Vorliebe ſey. Er⸗ ſtere beruhen manchmal auf ungewiſſen Angaben. Letztere iſt zwar an Niemand zu tadeln; nur darf ſie nicht zu praͤdomini⸗ rend ſeyn. Waͤre dies auch in gegenwaͤrtigen Biographieen hin und wieder der Fall,(wie denn z. B. unter vielen als wahr be⸗ kannten Zuͤgen von Tapferkeit manche ſo uͤbertrieben dargeſtellt find, daß ſolches eine augenblickliche Exaltation kaum entſchul⸗ digen kann,) ſo wird es durch die Gerechtigkeit, welche jedem fremden Verdienſt widerfaͤhrt, oft verguͤtet. Der Styl des
Originals iſt klar, die Darſtellung einfachhiſtoriſch(ſelbſt da⸗
wo ſie raͤſonnirend wird), aber lebhaft und anſchaulich. In wieweit es dem Ueberſetzer gelang, derſelben beizukommen, dar⸗ uͤber mag das Publikum und eine gerechte Kritik entſcheiden. Doch bin ich beiden uͤber die Norm, welche ich bei dieſer Ueber⸗ tragung beobachtet, eine Erklaͤrung ſchuldig. Ich habe nach Treue geſtrebt, aber mehr des Sinns und Ausdrucks, als der Worte. Dies fordert ſchon der hin und wieder verſchiedene Genius beider Sprachen. Manche deutſche Schriftſteller unſerer Tage haben einen uͤbertriebenen Purismus zum Geſetze ange⸗ nommen. Mein Grundſatz iſt, Benennungen des Auslandes, welche bei uns gleichſam naturaliſirt ſind und zum beſern Ver⸗


