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„Ja, er iſt gut“, erwiderte Ellinor.
Der Gegenſtand wurde nicht weiter berührt. Den an⸗ dern Tag erſchien der Canonicus Livingſtone abermals zu einem Beſuch. Ellinor hätte gern Miß Monro im Zimmer zurückgehalten, allein die würdige Dame zog ſich alsbald zurück, und ſie redete gezwungen und über gleichgültige Dinge mit ihrem Beſuche weiter. Endlich konnte er nicht länger ſchweigen; er war aufgeſtanden und lehnte ſich an das Kamin, als wollte er die Verzierungen an demſelben ſtudiren.„Miß Wilkins!“ waren ſeine Worte,„habe ich irgend welche Hoffnung, eine günſtige Antwort jetzt von Ihnen zu erhalten? Sie wiſſen, was ich meine, was wir bereits früher beſprachen—“
Ellinor ſenkte den Kopf.
„Wiſſen Sie, daß ich früher einmal verlobt war?“
„Ja, ich weiß es, mit Mr. Corbet, dem Richter. Sie glauben doch nicht, daß dies meine Gefühle verändern könnte? Iſt das Alles? Ich habe Sie geliebt und nur Sie geliebt, ſeitdem ich Sie vor achtzehn Jahren zum erſten Male ſah. Miß Wilkins— Ellinor— reißen Sie mich aus dieſer Spannung.“
„Ja, das will ich!“ ſagte ſie, indem ſie unter Thränen der Dankbarkeit ihm ihre magere weiße Hand zum Kuſſe reichte. Seine Leidenſchaftlichkeit erſchreckte ſie jedoch und ſie ſuchte ihr Einhalt zu gebieten.
„Halten Sie ein, Sie haben noch nicht Alles gehört— mein armer, armer Vater war es, der Dunſter in einem Anfall von Zorn tödtete. Dixon und ich erfuhren die That gerade nachdem ſie begangen war— wir waren behülflich, dieſelbe zu verheimlichen— wir bewahrten das Geheimniß


