Zweites Kapitel.
Edward befand ſich in keiner beneidenswerthen Lage. Seine ſorgfältige Erziehung hatte ihn weit über ſeine eigent⸗ liche geſellſchaftliche Stellung erhoben; der Umgang mit den Honoratioren des Ortes, mit dem Chirurgen oder dem Braumeiſter von Hamley vermochte ihm weder Genuß noch Belehrung zu bieten. Der Pfarrer war alt und taub und der Vicar ein unfertiger junger Menſch, der ſich gleichſam vom Klange ſeiner eigenen Stimme einſchüchtern ließ. In Bezug auf weibliche Geſellſchaft ging es ihm noch ſchlechter; denn es ſchien ihm eine reine Unmöglichkeit, eins der jungen Mädchen von Hamley in das ſchöne große Haus als Herrin heimzuführen, welches den Gebildeten durch ſo viele Annehmlichkeiten anſprechen, für ein linkiſches Mädchen aber eine ſehr unbequeme Wohnſtätte ſein mußte. Uebrigens beſchäftigte ſich weder Edward noch der alte Herr mit ernſtlichen Heirathsgedanken. Der junge Mann war ſich wohl bewußt, wenn auch ſein Vater in dieſer Be⸗ ziehung weniger Scharfſinn zeigen mochte, daß jede der jungen Damen, welchen er als Tänzer auf den Caſinobällen ganz willkommmen war, ſich durch einen Heirathsantrag


