Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Frauen und Opfer. 261

Der Feldzeugmeiſter fuhr ſchluchzend fort:„Wie man meinen Namen mißbraucht! Hier und überall— in Brescia haben ſie alle Gefangenen niedergeſtochen, und ich hatte doch meinen Soldaten nur geſagt: Kin⸗ der, macht keine Gefangenen! Was ſollen wir nachher mit den vielen Gefangenen anfangen! Jetzt habe ich auch nur befohlen, man ſoll keine Frauen erſchießen und hängen, ſondern ſie nur leicht beſtrafen, wie thö⸗ richte Kinder, die nicht gehorchen wollen, und nun prügelt man ſie, und dafür verfolgt mich der Haß aller Menſchen!“

Agnes wandte ſich ab— war der Alte blödſinnig?

Nach einer Weile fragte ſie:„Welche Antwort geben mir Euer Excellenz für meinen Gatten?“

„Kann keine geben,“ ſagte händeringend der Alte, ‚kommt Alles auf die Herren vom Kriegsgericht an!“

Da trat Agnes dicht vor ihn und verſetzte mit flammenden Augen und tiefer, gewaltiger Stimme: „So wie Sie eben ſagen— Ich kann nicht, ſo möge auch der ewige Richter ſprechen: Ich kann nicht, und ſich von Ihnen abwenden, wenn Sie ſich an ſei⸗ nem Throne winden! Dieſen Fluch auf ihr Haupt, grauer, heuchleriſcher Sünder!“

Sie wandte ſich zum Gehen. Bleiben Sie!“ ſagte der Commandirende erſchrocken und leiſe,„bleiben