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Frauen und Opfer. 259
Sie war gekommen, um zu bitten, beim Anblick des alten Mannes überkam ſie aber ein ſo furchtbarer Groll, daß ihre lebhafte Seele alles Andere vergaß. Sie ging raſch auf ihn zu.
„Ich komme, Herr Baron, um zu fragen, weshalb mein Mann, der Arzt Roſe in Peſth, ſeit acht Tagen im Neugebäude ſchmachtet?“
„Kann mich eben des Namens nicht entſinnen,“ ſagte ſanft der Feldzeugmeiſter,„wird aber wohl ſeine Urſachen haben— ich bin hier, um mit meiner Fa⸗ milie ein Feſt zu begehen, in Peſth ſtehe ich aber allen Fragen zu Dienſten.“
„Auch hier, Herr Baron, auch hier müſſen Sie das. Glauben Sie, es gebe einen Ort der Welt, wo Sie geſichert ſeien?“
Der Feldzeugmeiſter faltete fromm die Hände, ohne
Antwort zu geben.
„Wiſſen Sie, woher ich komme, Herr Baron? Von Ketskemet, wo einer Ihrer Officiere meine Freundin zur Prügelſtrafe verurtheilte, ein Schimpf, dem ſte durch Selbſtmord zuvorkam. Der Tod einer Ungarin wird
Sie wenig kümmern, aber daß einer Ihrer beſten
Officiere darüber ums Leben kam, wird Ihnen nicht gleichgültig ſein.“
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