Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Frauen und Opfer. 245

Albert ſtreckte Agnes die Hand entgegen.„Tau⸗ ſend Dank, daß Sie kommen! Der Himmel iſt doch unendlich viel gütiger gegen mich, als ich es verdiene. Nach einem Leben voll Thorheiten und Fehler ſchickt er Sie, um mir die Augen zu ſchließen— ich bin kaum dreißig Jahre alt, aber ich freue mich auf den Tod.“

Agnes ſchüttelte mit dem Kopfe, ſie fürchtete ihre hervorbrechenden Thränen, wenn ſie reden würde.

„Schütteln Sie mit dem Kopfe, weil Sie nicht hierbleiben bei mir, oder weil Sie meinen nahen Tod bezweifeln?“

„Beides,“ brachte Agnes mühſam hervor.

„Nein, Beides wird eintreffen, wir wollen einen Contract machen, meinen letzten,“ ſetzte er lächelnd hinzu. „Wenn ich in acht Tagen nicht geſtorben bin, dürfen

Sie nach Peſth zu dem Doctor Roſe zurück.“

„Sie wiſſen?“

„Tante Roſalie hat mir Alles erzählt. Acht Tage bleiben Sie mit Ihren Kindern bei mir— möchte den Kleinen jedes Wort, was ich zu ihrer Mutter ſpreche, mit Flammenzügen in das Gedächtniß geprägt werden, ſie würden nie ſich einer Silbe erinnern, die einen Makel auf ihre Mutter würfe. Agnes, bleiben Sie bei mir und drücken Sie mir die Augen zu, ich thue Ihnen auch den letzten Gefallen und ſterbe bald.“

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