11
Miene, und halte nicht für gering und bedeutungs⸗ los, was ich Dir ſage. Es iſt mein Wunſch, daß er ſie gerade durch Dich erhält, damit er ſieht, wie Du bis zum letzten Augenblick an meiner Seite geſtanden und damit den Schwur gelöſt haſt, den Du in ſeine Hand legteſt, als er uns Beide in's Leben ſandte.— Ich werde ſie alſo dem armen alten Vater ſenden, dem ich gern dies bittere Herzeleid erſpart hätte, aber ich muß es ihm verurſachen, ich kann nicht anders. Doch was ſoll ich ihm ſagen, wie ſein einziger Sohn und Erbe geendet, wodurch er den Todesſtoß empfangen hat? Niemand hat es geſehen, Niemand gehört als Gott, denn dieſer Franzoſe iſt auf ſchnellem Roſſe davonge⸗ jagt und Keiner konnte ihn einholen. An Verfolgung war nicht zu denken, er hatte eine ſtählerne Mauer um ſich und ſein Name: Franzoſe! ſchützt ihn vor den Angriffen jedes Geſetzes. Denn wir ſind ſchwach und bedürfen der Hülfe jenem Volke gegenüber, das groß und gewaltig iſt zur Zeit und Andern die Fauſt auf das Herz legen und befehlen kann, daß es zu ſchlagen aufhöre. Welche Schmach, welche Erniedri⸗ gung für jeden Mann, der Kraft in ſeinen Sehnen und feſten Willen in ſeinem Geiſte hat! Doch es iſt nicht anders und wir müſſen es tragen, was Andere einmal verſchuldet haben. Aber für die Franzoſen


