Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

nicht zu täuſchen, wenn ich ſage, er iſt ein junger

Krieger, wie ich ein alter bin.

Deine Menſchenkenntniß, Ohm, hat Dich auch diesmal richtig geleitet, verſetzte Waldemar ernſt. Sieh ihn Dir recht genau an und freue Dich dann doppelt. Du haſt ihn doch wohl ſchon einmal geſe⸗ hen, wiewohl nur als Knaben, und ſogar hier auf Pulitz, wo er Dich mit mir beſuchte. Doch, ich ſehe, Du ſchweifſt in der Irre. Gerade heraus geſagt, es iſt Magnus, Graf Brahe, mein theuerſter Freund und meines erhabenen Wohlthäters einziger Sohn.

Der alte Schwede reckte ſeine herkuliſchen Glieder zurecht, ſtrich mit der Linken ſeinen weißen Schnurr⸗ bart und zog mit der Rechten ſeine Mütze, wobei er zuletzt eine kerzengerade Haltung annahm.Ah, da neige ich mein kahles Haupt, Junker, ſagte er mit ergebenem Tone,Denn Ihr Vater iſt mein Lands⸗ mann und außerdem ein edler und vielgeliebter Mann in dieſen Landen. Darf ich Ihnen meine Hand bie⸗ ten? Sie iſt rein, Herr, und keiner Taube Blut klebt daran.

Herzlich ſchüttelte Magnus die Rechte des biederen Alten und wandte dann den Blick auf Waldemar,

als wolle er ihn ermuntern, ihren frühen Beſuch zu erklären. Aber der Pächter von Pulitz kam ihm zu⸗

4 1