349
„Das iſt ein eigenthümliches Gebäude,“ ſagte Ca⸗ pitain Caillard mit ſeltſam bewegter Stimme,„es hat Treppen, aber keine Thüren.“
„Hier iſt eine!“ rief der Schloſſer, der als der Mu⸗ thigſte, mit gezogenem Säbel in der Rechten und ei⸗ ner Laterne in der Linken, einige Stufen vorange⸗ ſchritten war.
Sofort ſammelte man ſich um ihn und fand ſeine Entdeckung beſtätigt. Man ſtand wirklich vor einer hölzernen Thür, aber das Schloß daran fehlte, um ihre Eröffnung zu bewerkſtelligen.
„Brich ſie auf!“ befahl Capitain Caillard, deſſen
Muth ſich verdoppelte, ſobald er einen angreifbaren
Gegenſtand vor ſich ſah.
Das Werk ward rüſtig begonnen und nachdrück⸗ lich fortgeſetzt; in wenigen Minuten ſprang die Thür auf und man blickte in ein Zimmer hinein, deſſen Inneres noch dunkler als die Nacht draußen im Freien war.
„En avant, mes braves!“ lautet der ſtereotype Befehl des Capitains und er ergriff ſelbſt eine Laterne, worauf er zuerſt in das Zimmer drang.
Es war daſſelbe runde Gemach, in welchem Magnus
Brahe bis vor kurzer Zeit gewohnt und in welchem
ihm Waldemar Granzow bis zur Flucht Geſellſchaft


