Der gewandte Franzoſe, der mehrmals einen fri⸗ ſchen Anlauf genommen hatte, um die junge Dame angenehm zu unterhalten und ihr ein warmes Inter⸗ eſſe für das Erlebte einzuflößen, erſtaunte endlich ſelbſt über dieſes ſeltſame Schweigen, und erſt jetzt wandte er ſein Auge mit ſchärferer Aufmerkſamkeit auf ihr Antlitz hin. Da ſah er denn allerdings, daß daſſelbe nicht in der gewöhnlichen heiteren Verklärung glänzte, ſondern daß vielmehr eine ungewöhnliche Erregung ihre Miene trübte und ihr ganzes Weſen gleichſam verſchleierte. Von einer falſchen Idee geleitet, ſann er nach, was wohl die üble Laune des ſchönen Fräu⸗ leins veranlaßt haben könne, und plötzlich fiel ihm ein, daß ſein Geſpräch ſelbſt dieſe Wirkung gehabt haben möge.
„Sie verzeihen,“ ſagte er höflich,„ich ſehe, daß ich Sie langweile, aber warum ſpreche ich auch Stunden⸗ lang von dieſem Menſchen, der keine Bedeutung für Sie haben kann. Oder ſollte irgend ein Grund vor⸗ handen ſein, weshalb Sie an ſeinem Schickſal einen
höheren oder geringeren Antheil nähmen, als ich ver⸗ muthe?“.
„Der Herr, von dem Sie reden, iſt mir ziemlich
gleichgültig,“ erwiderte Gylfe verlegen und erröthete
auffallend, da ſie das Geſpräch aus natürlichen Grün⸗


