Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

265

iſt ja dazu da, im Starken aufzugehen und ſein ne⸗ belhaftes Weſen in dem ſonnigen Glorienſcheine der Größe Dieſes verſchwinden zu laſſen.

In ſeinem Aeußern, um es endlich mit wenigen Worten zu ſchildern, erſchien er wie ein neu vergolde⸗ ter Modeherr in Uniform, friſch aus dem Ei geſchält, immer höflich, immer lächelnd und triumphirenden Blicks, wenn er nicht ſeine dienſtliche Herrſchermiene aufzuſetzen für nöthig fand. Sein ſchwarzes funkeln⸗ des Auge ſprühte ſichtbar das Feuer aus, welches in ſeinen Adern rollte, und ſeine geſchmeidige Geſtalt trug ſchon die ſelbſtbewußte Keckheit zur Schau, mit der ſein übermüthiger, aller Welt hohnlachender Geiſt überſchwängert war. Schon auf zwanzig Schritte weit bemerkte man ihn, wenn man ihn auch nicht ſah, denn er duftete wie der Laden eines Parfümeurs im Palais royal. Sein ſchwarzer, wie ein Halbmond ſpitz nach oben gedrehter Schnurrbart ſchloß ſeine feine Spürnaſe wie mit zwei Ausrufungszeichen ein, als wollten ſie dem ihm Gegenübertretenden zurufen, auf der Hut zu ſein vor dieſem kleinen Eroberer, der ſich auch darin vom Glück bevorzugt ſah, daß er auf Spy⸗ ker einquartiert war, denn ſogar ſeiner Meinung nach war dieſes alte Schloß einer der wenigen Orte auf Rügen, wo ein anſtändiger un pomehmer Mann