Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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werke, worin die herrſchaftlichen Prunkgemächer und

Beſuchzimmer lagen, ſich durch ihre Größe auszeichne⸗

ten; das hohe Erdgeſchoß hatte eben ſo viel kleinere

Fenſter und hierin lag die Wohnung des Verwalters Ahlſtröm und ſeiner Familie, der unter anderen Titeln vorzugsweiſe den des gräflichen Kaſtellans führte. Den Hof des Schloſſes, mit großen Quaderſteinen gepfla⸗ ſtert, die ihren Urſprung vom Felsgeröll der umliegenden Ufer Jasmund's nicht verläugnen konnten, umſchloß eine Mauer von unbedeutender Höhe, deren Haupt⸗ thor nach Norden führte. Gegenwärtig freilich ſind manche Veränderungen an dieſem Gebäude und ſeiner Umgebung vorgenommen worden, in dem Jahre aber, in welchem unſere Geſchichte ſpielt, zeigten beide noch genau die beſchriebene Geſtalt.

Die Hauptgemächer der beiden oberen Stockwerke, namentlich des erſten, waren im Geſchmacke der Zeit ihrer Entſtehung eingerichtet, hoch, mäßig hell und geräumig. Waffen, alte Gemälde, Erinnerungen an den eben beendeten traurigen Bruderkrieg, waren in Fülle vorhanden, weniger aber machte ſich eine über⸗ triebene Pracht und ein geſuchter Luxus geltend, wie man ihn heutzutage in vielen neugebauten Schlöſſern findet. Die Treppen waren alle von Stein, die Wände der Zimmer meiſt mit Holzgetäfel, weigen mit ſeide⸗