Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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Ja, Herr; er ſitzt, glaube ich, mit ſeiner Familie beim Vesperbrod.

Haben ſich ſeine Töchter auch mit den Fremden eingelaſſen? 1

Nein, Herr, durchaus nicht. Der Herr Lieute⸗ nant hat ſich zwar große Mühe gegeben, die Gyſela oder Alheid zu gewinnen, aber die alte Heylike, ihre Mutter, hält ſichere Wacht und die Mädchen ſind auch von Natur nicht dazu geneigt.

Das iſt noch ein Vortheil, auf den ich kaum ge⸗ rechnet hatte. Nun kommt aber, der behelmte Herr hat mich ſchon in's Auge gefaßt.

Langſamen Schrittes wandelten ſie dem nach We⸗ ſten liegenden Eingange des Schloſſes zu, vor deſſen gothiſcher Thür eine Schildwache in kurzem grü⸗ nen Rock, reich mit gelben Wollſchnüren beſetzt und den Helm mit dem ſchwarzen Haarbuſch auf dem Kopfe, mit gezogenem Pallaſch auf und abklirrte und den kräftig gewachſenen Fremden, deſſen Geſicht einen

energiſchen Ausdruck zeigte, ſchon lange aufs Korn genommen hatte. Guten Tag! ſagte Waldemar in franzöſiſcher SGSprache ernſt aber höflich der ſtillſtehenden und ihn betrachtenden Wache.Iſt der Herr Capitain zu ſprechené