Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

Erich VII. von Dänemark ſchon 1309 auf die Halb⸗ inſeln Jasmund und Wittow die Anwartſchaft erhal⸗ ten, Anſprüche auf den alten Familienſitz hatten.

Von dieſer Zeit an bis 1637, alſo drei volle Jahr⸗ hunderte, fließt nun die Geſchichte der Inſel Rügen mit der des Herzogthums Pommern zuſammen, was in Bezug auf die Geſittung und den geiſtigen Fort⸗ ſchritt der Inſel von überaus großem Einfluſſe war, da während dieſer Zeit die Germaniſirung der Inſel mit Rieſenſchritten vorwärts ging, indem theils neue Coloniſten daſelbſt ihren Einzug nahmen, theils die noch übrigen Slaven ſich dieſen in Sprache und Sitte nach und nach völlig gleichſtellten. Schon im Jahre 1404 ſtarb auf Jasmund Frau Gulitzin, die letzte Rü⸗ gianerin, die wendiſch reden konnte.

Das wendiſche Recht dagegen erhielt ſich noch

Jahrhunderte lang auf der Inſel lebendig, welches

die Rügianer dem däniſchen und ſchwerin'ſchen Rechte vorzogen, welches erſtere ſich durch die däniſche Herr⸗ ſchaft einbürgerte, das letztere aber durch ſächſiſche Coloniſten und durch kirchliche Verbindung des feſt⸗ ländiſchen Theils des Fürſtenthums Rügen mit dem ſchwerin'ſchen biſchöflichen Sprengel in Uebung kam. Durch einen Mann wendiſchen Stammes, den Land⸗

vogt Waldemar, Herrn von Putbus, kam das wen⸗