— 13—
ſem Schreiben bezeichnet, Maximilian, ſondern wir Alle, das heißt, das Kloſter, ſeine Bewohner, unſere Beicht⸗ kinder und namentlich ich, der Guardian dieſes Klo⸗ ſters. Nicht der Haß gegen Dich allein hat den Vika⸗ rius vermocht, uns dies Gewitter heraufzubeſchwören, ſondern auch ſeine längſt gehegte Eiferſucht gegen mich. Ich habe es lange empfunden und nur des lie⸗ ben Friedens halber meine Meinung zurückgehalten. Jetzt aber iſt die Zeit dazu gekommen und ſie ſoll nicht ungenützt vorübergehen. Maximilian, mein Freund, erfülle meine Bitte und ſprich für jetzt noch nicht da⸗ von, mich und dieſes Kloſter zu verlaſſen. Noch ſind wir nicht dahin gebracht, dies Deines eigenen Vortheils wegen wünſchen zu müſſen und ich für meine Perſon werde mich vor den prüfenden Augen dieſer drei Väter zu reinigen wiſſen. Das iſt auch nicht der Punkt, warum ich Euern Rath verlangte, vielmehr iſt es das Heil der im ganzen Umkreis lebenden und uns anver⸗ trauten Seelen. Wir erhalten alſo Bußprediger für unſere ſtillen Mauern, und gleich drei auf einmal. Haha! Wir, die Mönche von St. Franziskus, die im Geruche reinſter Frömmigkeit am ganzen Rheine ſtehen! Wenn es nicht zum Weinen wäre, wahrhaftig, es wäre faſt zum Lachen! Was wird man ſagen? Mit Fingern wird man auf uns weiſen und flüſtern:


