Hauptgrund ſeines Uebels auf die geiſtige Erſchütte⸗ rung, die jener Unglückstag in ſeinen Nerven zurück⸗ gelaſſen hatte. Aus demſelben Grunde wahrſcheinlich führte er nach einiger Zeit den jungen Geiſtlichen zu
uns, der Kaplan an unſerer Kirche war und Kleine
hieß. Dieſer ſetzte ſich bei ſeinem erſten Beſuche zu meinem Vater an's Bett, faßte ſeine Hand und redete ihm tröſtlich zu. Mein Vater aber nickte wohl Bei⸗ fall, lobte ihn auch ſehr, als er fortgegangen war, allein eine dauerhafte Beſſerung brachten auch dieſe Tröſtungen und Zuſprüche nicht bei ihm hervor. Auf dieſe beiden ehrenwerthen Männer beſchränkte ſich mehrere Jahre lang faſt der ganze geſellige Ver⸗ kehr in unſerem Hauſe; Beide ſorgten auf jede Weiſe für unſer Beſtes, Mutter Verdienſt, ſo daß es mir natürlich ſchien, wenn Letztere mich aufforderte, ſie mit dankbarem Herzen in mein Abendgebet einzuſchließen. Namentlich für mich ſorgte der Kaplan, ein Mann, deſſen Aeußeres mir noch jetzt, nach ſo langen Jahren, ziemlich deutlich vor Augen ſchwebt; er war hoch gewachſen, blond von Haaren und mit freundlichen Mienen ausgeſtattet. Er war es auch zunächſt, der mich in eine Schule brachte, die nur ein geringes Schulgeld in Anſpruch nahm; freilich war es die ſogenannte Armenſchule, in welcher
gaben Rath und verſchafften meiner 4


