344 opfern, um Deutſchlands Hand groß, frei und reich zu machen. Sieh, wohin ſoll denn das ewige Schau⸗ keln und Schwanken zwiſchen unſern beiden großen Nachbarn führen? Wenn uns der Franzoſe nichts Uebles thut, thut uns der Ruſſe etwas Bitteres an, und wie wir jetzt ohnmächtig und getheilt ſind, wird es dem Einen oder Anderen gelingen, dies nach ſei⸗ nem Belieben heut oder morgen zu thun. Dies Be⸗ lieben aber mag und will ich ihm nicht zugeſtehen. Wir ſelbſt müſſen die Herren ſein und nach unſerm Belieben die Welt lenken oder ihr ſo viel Achtung einflößen, daß ſie uns zu lenken nicht die Luſt ver⸗ ſpürt. Weg alſo mit allem Zaudern und Bedenken, das Schlaraffenleben hat lange genug gedauert, es iſt Zeit aufzuwachen aus dem Taumel des Genußkitzels, in den alle Welt ſeit Jahren verſunken iſt. Der Geiſt des neunzehnten Jahrhunderts iſt ein anderer geworden, und wenn die Fürſten nicht ihre Schuldig⸗
keit thun, dann—“
„Nun, dann?“ fragte ich, ebenfalls warm werdend. „Dann mögen ſie es ſich ſelbſt zuzuſchreiben haben, wenn ſie in Noth gerathen und nicht allein die Liebe
und das Vertrauen ihres Volkes, ſondern alles übri 2
Hab und Gut mit einbüßen. Wie es aber jetzt on
manchen Herren getrieben wird, iſt es faſt zu arg


