Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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den in ihm kochenden Vulkan, der um ſo ſtärker wie⸗ der zum Ausbruch kam, je länger die aufgezwungene Mäßigung gedauert hatte.. Von den Leiden meiner Mutter in dieſen ſich jährlich mehrmals wiederholenden Perioden will ich ſchweigen, ſie liegen zu offen am Tage, um noch be⸗ ſchrieben werden zu müſſen. Der Eindruck aber, den ſie auf mein junges Gemüth hervorbrachten, war fürchterlich und ich glaube, nichts auf der Welt hätte mir einen ſo bitteren Widerwillen gegen den über⸗ mäßigen Genuß berauſchender Getränke einflößen können, als der Aublick meines in toller Wuth toben⸗ den Vaters. Wenn es irgend zuläſſig war, vermied ich daher dieſen Anblick; bleich und zitternd verkroch ich mich in irgend einen Winkel des Hauſes oder Gartens, blickte verzweifelnd und die Hände ringend den Himmel an, und bat wiederholt Gott, nur meine arme Mutter zu ſchützen, damit ich nicht ganz ver⸗ laſſen auf Erden und ohne alle Hülfe den wüthenden Händen des ſchrecklichen Mannes preisgegeben ſei. Gott muß meine mit Thränen geſprochenen Ge⸗ bete erhört haben, denn er ſchützte in der That meine Mutter, und wenn ich, nach überſtandener Angſt inss Haus zurückkehrend, ihr bleiches Geſicht, ihre ſelbſt im höchſten Herzenskummer mich freundlich anlächelnde