1 Gemüth
über ſo viele Fächer der Erkenntniß verbreitete Bil⸗ dung, vor Allem aber über die Innigkeit und Zart⸗ heit ſeines tiefen und doch ſo ſchwer verletzten Gemü⸗ thes aufzuklären. Von Tag zu Tag wurde meine Neigung zu dieſem außergewöhnlichen Menſchen grö⸗ ßer und größer und in gleichem Maaße, wie ich ihn lieber gewann, mußte ich ihn achten und ehren lernen.
Von mir ermuthigt und berathen, ertrug er mit dem männlichſten Gleichmuthe alle oft ſo unangeneh⸗ men Proben, die man ſeiner Standhaftigkeit und ſei⸗ ner Geduld unabläſſig auferlegte. Die moraliſchen Ermahnungen, die der Prediger ihm bisweilen ange⸗ deihen ließ, eben ſo wie die pſychologiſchen Auseinan⸗ derſetzungen, die der Oberarzt herbeizuführen ſich be⸗ rufen fühlte, um ihn von ſeinen Irrthümern zu über⸗ zeugen und wieder auf den geraden logiſchen Weg des kalten geſunden Verſtandes zurückzuführen, den man in ſeinen Grundfeſten erſchüttert hielt, hörte und be⸗ antwortete er nicht allein mit der größten Leutſeligkeit und Geduld, ſondern er entgegnete ſie ſogar oft mit weit ſchärferen Widerlegungen und richtigeren Bemer⸗ kungen, als weder Mr. Lorenzen noch Mr. Bromfield ſie auszuſprechen im Stande waren. Nur bisweilen, jetzt viel ſeltener als früher, und dann war ſtets ſe auf der Oberfläche zwar ie


