Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

329

liebreich gegen mich verfahren, ſo muß doch Viel ge⸗ ſchehen, bevor ich Ihrer ganz würdig bin und ohne Schaam über meine Vergangenheit an Ihrer Seite in einer großen Stadt leben kann. Und darauf ent⸗ gegnete ich: Was ſoll ich Dir darauf erwidern? Nichts, ich muß ſchweigen. Es wird nicht lange dauern, ſo wirſt Du Dein früheres Leben vergeſſen und ein ganz neues begonnen haben. Ich werde Dich hier fortnehmen, ſobald nur mein Freund von ſeiner Reiſe zurückgekehrt iſt, und Dich in eine Familie brin⸗ gen, in der Du bald auf andere Gedanken kommen wirſt. Nun, habe ich Wort gehalten? Und hat ſich meine Hoffnung nicht in allen Punkten erfüllt? Aber jetzt ſage mir, muß ich jetzt nicht ſagen: werde ich in dem neuen Verhältniß auch Deiner würdig ſein, ich, ein ſo armer.

Er konnte nicht weiter ſorechen Ein weicher Arm umſchlang ihn liebevoll, heiße Lippen drückten ſich auf die ſeinigen und ein inniger Kuß ſchloß ihm den Mund.

Ich hoffe es, flüſterte eine kaum hörbare Stimme dann, indem die ſchöne Geſtalt ſich feſt an ſeine Seite ſchmiegte,daß wir Beide einander werth ſind, wir haben Beide einander gegeben, was wir hatten, Du mir die lieben Meinigen und ich Dir mein Vermögen,