Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſeine feinen Gliedmaßen ſo wenig geeignet ſchien. Aber Guſtava's Verlegenheit hatte heute noch einen anderen Grund, ſie entſprang aus der doppelten Neugierde, einmal zu erfahren, was auf der Oehe vorgehe, und ſodann, ob wohl Herr Sternberg geneigt ſein werde, ihren Bitten zu willfahren und ihr das Geheimniß des Tages anzuvertrauen. Doch als ſie nun das edle Antlitz des ihr ſo befreundeten Mannes dicht vor ſich ſah, als ſie einmal nach langer Zeit wieder mit ihm allein war, da faßte ſie ſich raſch, und die freundlich fragenden Blicke Guſtav's mit eben ſo freundlichen erwidernd, ſagte ſie faſt herzlich:

Verzeihen Sie, Herr Sternberg, daß ich Sie von Ihren Geſchäften abrufe und in mein ſtilles Zim⸗ mer beſcheide, wo nur Unthätigkeit und Friede herr⸗ ſchen, während Sie draußen einer ſo nothwendigen Thätigkeit obzuliegen ſcheinen; aber ich dachte, Sie hätten vielleicht einige Minuten auch jetzt für mich übrig, da Sie mir früher wohl ſo manche Stunde ſchenkten.

Mein Fräulein, erwiderte Guſtav raſch und mit flammend aufſteigender Röthe,nicht ich bin daran ſchuld, daß die ſchönen Stunden, deren Sie eben ſo freundlich gedenken, jetzt ſo ſparſam wiederkehren; allein ich hoffe, daß die Zeit der Unruhe, in der wir