2
ſtörtem Genuſſe ländlicher Freuden und häuslichen Stilllebens verſchwinden, wie Carl Melms und ſein Gaſt, unſer ſanfter Muſicus, Willibald Stillfried. Ein Tag verfloß ihnen wie der andere, ſorgenlos und fried⸗ lich, geräuſchlos und angenehm, und wenn ſie ſich Abends zur Ruhe begaben, konnten ſie immer ausrufen: „Das war abermals kein verlorener Tag!“ was viel ſagen will und nur wenigen bevorzugten Menſchen auf dieſer mangelhaften Erde beſchieden iſt.
Willibald erhob ſich mit ſeinem Wirthe Morgens zugleich vom Lager, pünktlich um fünf Uhr. Carl Melms liebte es, gleich darauf, falls es das Wetter erlaubte, den nahegelegenen Berg zu beſteigen und dem umliegenden weiten Lande und der blauen See ſeinen Morgengruß darzubringen. Von dieſer Höhe aus warf er zugleich einen Blick über ſeine Felder und beaufſichtigte ſo die Thätigkeit ſeiner Arbeiter, denn das Hünengrab beherrſchte ja ringsum ſein ganzes Be⸗ ſitzthum. Willibald ließ es ſich nicht nehmen, dieſer erſten Wanderung auf der Lenz beizuwohnen, und ſtie⸗ gen ſie dann in das gemüthliche Häuschen hinab, ſo ſchmeckte ihnen das Frühſtück vortrefflich, welches Frau Elſche unterdeß in reichlichſter Fülle aufgetiſcht.
Nach dieſem Frühſtück beſichtigte der eifrige Land⸗ wirth ſeine Aecker auf das Genauſte, ging zug den


