Teil eines Werkes 
5. Theiles 2. Abt. (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

geben, warum er ſein Kind Dieſem oder Jenem nicht geben will.“

„Freilich, das klingt billig, aber in dieſem Falle iſt es nicht billig. Ich ſorge für ihn, weil er mein Freund iſt, und hoffe, Sie werden, wenn Sie auch ihm eine ab⸗ ſchlägige Antwort gegeben haben, mich nicht mit denſel⸗ ben Redensarten heimſchicken.“

„Das dürfte ſehr die Frage ſein!“

„Ich dächte nicht. Hören Sie mich ruhig an. Ich habe ihm bereits viertauſend Thaler jährliches Einkommen feſtgeſetzt, Wohnung und Tiſch außerdem. Wir verlaſſen uns nicht. Wenn Sie aber Sicherheit darüber verlangen, ſo bin ich erbötig, hier auf Ihrem Tiſche das Kapital dieſes Einkommens Ihrer Tochter ſogleich zu verſchreiben. Außerdem aber kann er, wenn Sie es verlangen, jeden Augenblick in eine Geſandtſchaft eintreten, dann iſt er Beamter, dann hat er einen Dienſt, deſſen Mangel Sie ihm ſo ſehr zum Vorwurf machten. Ich hoffe, dieſer Vorſchlag klingt nicht allein, ſondern iſt auch billig.“

„Mein Herr— das iſt Alles ganz gut. Dies aber i*ſt die Nebenſache. Ich bin nicht, wie Sie vielleicht den⸗ ken, mit elaſtiſchen Anſichten und Neigungen ausgerüſtet, die ſich nach Belieben, auf Jedermanns Wunſch, verengen und erweitern laſſen. Ich bin mit Einem Worte, ein Mann, der etwas Eiſen in ſeinem Willen hat, und deſſen Anſichten und Neigungen unabänderlich ſind.“