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Es war an dem Hofe des alten Königs Gebrauch,
am zweiten Tage des Jahres alle anweſenden Botſchafter fremder Gewalthaber in vollſtändigſter Verſammlung zu empfangen und ihnen mit ſeinem königlichen Gruße ver⸗ ſchiedene unſchuldige Aufträge oder Anſragen an die Herrſcher, deren Rechte und Pflichten ſie vertraten, anheim⸗ zugeben. Es war dies eine von jenen Formen und Sitten, wie wir ſie häufig an Höfen finden, die ſtets viel von ſich reden machen, aber in der Regel wenig zu bedeu⸗
ten haben. Denn wenn ein Monarch irgend einem ſeiner
lieben Vettern etwas mitzutheilen hat, ſo wird er es
ſtets, ſobald es etwas Wichtiges iſt, dem betreffenden
Bevollmächtigten allein mittheilen, während die Unbe⸗ theiligten dabei immer nur überflüſſige und oft läſtige 8 Zeugen ſind.— Ein ſolcher Hoftag nun war der, zu
welchem wir den amerikaniſchen Botſchafter nach der Hauptſtadt begleitet haben. Mittags ein Uhr war die Stunde der feierlichen Audienz. Da rollten denn, als hätte ſie ein Weltereigniß in Bewegung geſetzt, die ſchönſten Karoſſen, die die glanzvolle Hauptſtadt je zu ſehen bekam, mit den goldbetreßten Dienern und Jägern, die Pferde vom funkelndſten Geſchirre ſtrotzend, einher, und zeigten ihre verſchiedenen Wagenſchilder, in denen, wie gewöhnlich, die wilden und fabelhaften Thiere am meiſten von der neugierigen Straßenjugend betrachtet wurden. Auch die Kutſcherböcke waren dann ihrer Ueberwürfe von Wachs⸗


