Teil eines Werkes 
5. Theiles 1. Abt. (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

die Freunde nicht im Stande, die großen Decken⸗, Wand⸗ und Treppengemälde allein zu vollenden. Bald wurde Hilfe in der Hauptſtadt geſucht, und die hervorragendſten, geprieſenſten Künſtler kamen gern, ihre Hände zu dem großartigen Unternehmen zu leihen. Erſt ſo war es Waldau gelungen, zum Ziele zu kommen, und da er ſelbſt ſeine meiſten Arbeiten hinter ſich ſah, warf er, ſchnell ent⸗ ſchloſſen, den Befehlshaberſtab bei Seite und ergriff mit eigener kunſtfertiger Hand den Pinſel. Das war ein Arbeiten um die Wette, mit ächter Künſtlerbegeiſterung ergriffen, mit männlicher Ausdauer vollführt und der ſel⸗ tenſten Freundſchaftshingebung vollendet.

Aber bald ſollte das Leben und Treiben auf der ſo beglückten Inſel noch vollſtändiger werden. Allerlei Sen⸗ dungen von verſchiedenen Orten und Gegenden, aus allerlei Sammlungen und Vorräthen trafen allmählig ein. Emil, der ſchlanke, ſchöne Stallmeiſter, ein wahrer Roſſe⸗ bändiger, kam von ſeiner Reiſe zurück, und ſeine Kutſcher und Reitknechte führten einige Dutzend der herrlichſten Pferde edelſter Zucht in die prächtigen Ställe. Da waren alle Liebhabereien vertreten, das arabiſche Roß, nur zum Reiten geſchaffen, ſtand neben den engliſchen Voll⸗

plutpferden, die zur Jagd eben ſo vorzüglich wie eine Zierde vor dem Galawagen ſind. Das ruſſiſche Geſpann mit den kleinen Köpfen, den wallenden Mähen und dem kräftigen, ſchön getragenen Schweife rannte wild vor ſeiner

AX