— 4139—
klappen eingekehrt, ſeitdem der Tag der Abreiſe in nahen Ausſicht geſtellt war. Sie glaubten Alle, ſie würden ihren geliebten Herrn, wie ſie ihn jetzt nannten, im Le⸗ ben nicht wiederſehen, denn eine Reiſe nach Amerika war in ihren Augen gleich einer Reiſe um die ganze Welt und das heißt mit andern Worten, ſein Leben geradezu in's Waſſer werfen, ſagte Meiſter Becker der Schneider. Den⸗ noch mußten ſie ſich tröſten, und die Schwarzkopf tröſtete ſich zuerſt, denn ſie hatte, wie ſie ſagte, das unbedingte Gottvertrauen, ihr kleiner Eduard, der ein ſo großer Mann geworden, daß er ſogar zum Könige berufen werde, könne im Waſſer nicht untergehen, er müſſe wieder⸗ kommen und noch viele andere Menſchen glücklich machen. Anna hatte ſchon ſeit einigen Wochen verſchiedenen Un⸗ terricht genommen; Eduard wollte ſie einer höhern geiſti⸗ gen Bildung theilhaftig werden laſſen, denn er hatte wohl
7 bemerkt, daß einer ſeiner Freunde dem Mädchen gar zu gern nachſah und in ihren ſchwarzen Augen am liebſten 4 ſein eigenes Bild hätte wiederſpiegeln ſehen. Er ſchwieg und ließ die Zeit walten.
„Die wirkliche Neigung reift die Zeit un der Ernt . des Lebens,“ ſagte er,„wir wollen abwarten, ob 84 Frucht einträgt, was die Saat und die Hoffnung ver⸗ ſpricht.— Meiſter Schwarzkopf ſelber wurde von Waldau bald nach der Inſel berufen und er zog mit einer ganzen


