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Judith in viel ernſterem Tone als vorher, nachdem ſie
in's Zimmer zurückgekehrt war.„Haben Sie wirklich Kummer?“
„Ja, Judith, und dazu ſehr großen. Der Vor⸗ ſchlag mit dem Bilde gefällt mir nicht.“
„Warum nicht? Mir gefällt er ſehr.“
„Was wird Manowsky denken?“
Judith blickte ſehr ernſt.„Was er denken wird? Das will ich Ihnen ſagen.“ Und ſie ging an ihren Nähtiſch und nahm ein feines, auf rothes Papier ge⸗ ſchriebenes Brieſchen heraus, deſſen Aufſchrift die ſchöne Handſchrift des idealen Künſtlers zeigte.
„Leſen Sie!“ ſagte ſie und reichte den Brief hin. Eduard ſchüttelte den Kopf und erwiderte:
„Ich bin nicht gern unberufen ein Dieb.“
„Bitte!“ ſprach das Mädchen, ſenkte den ſchönen Kopf anmuthig auf ihre linke Schulter und ſah den Freund ſo herzlich bittend an, daß dieſer den Brief nahm und raſch las.
Judith hatte den Plan des darzuſtellenden Bildes, der lange vor Eduards Rückkehr geſchmiedet war, dem abweſenden Bräutigam mitgetheilt und dieſer ihn nicht nur gebilligt, ſondern Judith in allen ſchwierigen Fällen ihres Lebens während ſeiner Abweſenheit, auf den zuver⸗ läſſigſten ihrer Freunde, auf Eduard verwieſen.„Ihm verdanke ich mein Glück, ſchrieb er am Ende
des Briefes


