— 160—
was ſie von ihrem früheren Herrn, dem jetzigen Präͤſi⸗ denten, wußte, ſagte ſie es ihm, und er erfuhr, wie auch bei ihr, gleich nach ſeiner Abreiſe, durch die unverhoffte Nennung eines beinahe vergeſſenen Namens, die blitzäͤhn⸗ liche Löſung des dunkeln Geheimniſſes nach dem ihr unbekannten Geſetze der Ideenverbindung vor ſich gegan⸗ gen war.
In dieſer Nacht aber ſchloß Eduard kein Auge. Er fetzte ſich nieder und las in dem Inhalt des rothen Käſt⸗ chens. Und mit welchen Gefühlen durchforſchte er die alten, von der Zeit angegriffenen Blätter, wie manche Thräne weinte der edle Sohn über den jahrelangen ſchmerzlichen Kummer einer vortrefflichen, liebenswürdigen Mutter, die er jetzt im Stillen und in dankbarer Erin⸗ nerung anbetete, wie er ſie angebetet haben würde, wenn ſie gelebt, jetzt mit ihm dies Daſein getheilt, und in dem heranwachſenden Sohne ein zweites Leben genoſſen hätte.
Die in dem Käſtchen enthaltenen Blätter waren meiſt Briefe, von der Mutter, dem Vater und einem Fremden, deſſen Namen, deſſen früheres Vorhandenſein und merkwürdiges Einwirken auf ſeiner Mutter Leben und ſeine eigene ganze Zukunft wir hier noch verſchweigen wollen. Außer dieſen vielen durcheinander geworfenen Briefen war auch eine Sammlung einzelner Thatſachen in einer Handſchrift enthalten, die von Eduards Mutter periodiſch, nach Bedürfniß und Umſtänden verfaßt war,


