Beſuch hatte, ſo hielten ſie ihn nicht lange auf und ver⸗ ſparten ſich ſeine Mittheilungen auf einen erſten beſten Abend. Von Holzbrechers ging Eduard, der ſeine nach⸗ barlichen Pflichten gernenegethan haben wollte, in das Handwerkerhaus und begrüßte den Schneider, der noch wie früher Röck nähte, und den Schuhmacher, der ein Paar Stiefel beſohlte; bei Schwarzkopfs verweilte er einen Augenblick länger, und Zetrachtete mit Wohlgefallen die jetzt vollkommen ausgebildete Anna, deren Schönheit ſogar einen höheren Punkt erreicht, als ſie anfangs ver⸗ ſprochen hatte
„Ja,“ ſagte der ehrliche Tiſchler,„da ſehen Sie die Anna! Aus Kindern werden Leute. So ein Mädchen! Kaum hat es die Schule verlaſſen, ſo denkt ſie ſchon an's Heirathen.“
„Vater!“ bat das ſchöne Mädchen.
„Nun, was denn? Nur nicht gleich roth werden, nicht davon laufen— dummes Ding das— nicht wahr, Herr Doctor, kann man denn dafür, daß man groß und hübſch wird?“—
Aber der Doctor antwortete nichts. Er ſtand da und ſah der raſch entſpringenden Anna nach, deren Geſicht heute einen noch mächtigeren Eindruck auf ihn hervor⸗ gebracht hatte, als im Frühling dieſes Jahres.
„Was iſt denn, wornach ſehen Sie denn, Hem Desßh ¹“ fragte der verwunderte Meiſter.


