Teil eines Werkes 
3. Theiles 1. Abt. (1852)
Entstehung
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ganz Ohr und ſchwieg jetzt mehr denn gewöhnlich, nicht

als ob er nichts zu ſagen gewußt, ſondern weil ernſtere Gedanken ſeine Seele erfüllten, und er ſich ſelbſt einge⸗ 4 ſtehen mußte, daß ſein Pflegeſohn bei Weitem die Schranken des Wiſſens überſprungen habe, die er ihm

und ſich ſelbſt als äußerſte Möglichkeit des Erreichens aufgeſtellt. Jetzt ſchon hatte ihn ſein früherer Schüler, nicht allein leiblich zum vollkommenen Manne gereift, ſondern auch an Geiſt und Herz nach allen Richtungen entwickelt, in Vielem überflügelt, und er ſah zum erſten Male ein, was ſo viele gebildete und kluge Menſchen leider of viel zu ſpät begreifen, daß ein jüngerer agfcißiiſt uneun Keimſaft getrieben, von Luſt und Licht begünſtigt, dem älteren Stamme nicht nur bald Kwachſen werden, ſondern ihn ſogar in kurzer Zeit über⸗ gipfeln könne. Für viele Menſchen hat dieſe Erfahrung etwas Niederdrückendes. Die wir als Kinder gekangt, erzogen und vielleicht geſtraft, ſollen plötzlich, wie aus einem trüben Nebelreiche auftauchend, unſre Gebieter an Wiſſen und Können werden! Das vermöͤgen nur Wenige in dieſem Erdenleben zu ertragen. Aber es iſt einmal ſo und wir können es nicht ändern. So groß der Ocean des Lebens auch iſt, und ſo viele Fiſche darin auch Raum zum Schwimmen haben, der ältere ſchwächere wird vpon dem jüngeren ſtärkeren aus ſeinem Schluͤpfwinkel

oder Tummelplatz getrieben, verdrängt, ja, nicht ſelten