„Meiſter, ich will Eure Hand, nicht allein zum Abſchiede, u zum Danke drücken— o, wie gut ſind Sie..
„Das laß nur ſein— da, laß mich Deine runden Wangen küſſen— leb wohl, leb wohl— vergiß bei den vornehmen Leuten nie den Handwerker vom Dorfe— adieu!“ 3
Und er riß ſic los und war ſchon am Ende des Gartens.
„Ich vergeſſe nie!“ rief Eduard ihm laut nach— „habet Dank, lebet wohl!?
Und der Meiſter war über den Gartenzaun ent⸗ ſprungen und lief ſchnell, am See entlang, ſeinem Häus⸗ chen zu. Er ahnete nicht, welchen fruchtbaren Saamen er mit dieſer ſeiner letzten guten Handlung an Eduard in die dankbare Bruſt des Jünglings geſtreut hatte.
CSduard ſchritt, noch voll Rührung, durch den Gar⸗ ten dem Pfarrhauſe zu. Als er eben in ſein Fenſter klettern wollte, beugte ſich der Pfarrer aus dem ſeinigen herab, und flüſterte leiſe;
„Eduard!“
„Mein Vater! biſt Du noch wach?“
Was hat der Meiſter von Dir gewollt?“
„Er hat mir noch einmal Lebewohl geſagt und dieſe Börſe mit dem klingenden Inhalte als Nothpfennig in die Hand geſteckt. Niemand aber ſoll es wiſſen!“


