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„größten jetzt lebenden Klaviervirtuoſinnen iſt. Ihre „vollendete Technik, für die es keine Schwierigkeit
„mehr giebt, ihr edles, ſeelenvolles Spiel, der geiſtvolle
„Ausdruck, den ſie in jedes Einzelne und Kleinſte zu „legen verſteht, überwältigt den Zuhörer und macht „ſogar die Koryphäen vergeſſen, die vor wenigen Jah⸗ „ren ganz Europa zur Bewunderung hingeriſſen haben. „Schade, daß das große Publicum keinen Antheil an „dieſen beiden Künſtlern haben darf, denn, urſprüng⸗ „lich für die muſikaliſche Welt beſtimmt, hat ſich das „Schickſal derſelben äußerlich ſo günſtig geſtaltet, daß „ſie fortan nur für ſich ſelbſt und ihre nächſten Freunde „der Kunſt leben wollen, die doch eigentlich ein Beſitz⸗ „thum iſt, an welches Alle Anſpruch erheben können, „denen Empfänglichkeit und Sinn dafür zu Theil ge⸗ „worden iſt. Möge ihnen ein gütiges Geſchick den „Genuß an ihrer Kunſt recht lange erhalten und mö⸗ „gen ſie fortfahren, Denen wenigſtens Freuden zu nſpenden, die, wie wir, ſo glücklich geweſen ſind, zwei „Stunden lang ihre bewundernden Zuhörer zu ſein.“
Ohne Bedenken nehmen wir an, daß dieſer Herr von H... und ſeine Gattin unſer Werner und unſre Rachel Schawai war, da ſie zu der Zeit, von der jene Zeitung handelt, in England anweſend waren und an vielen Orten, wohin ſie Lord Shorncliffe führte,


