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„Wir fühlen uns hierbei veranlaßt,“ ſchreibt ein Kritiker der Times,„über ein Kunſtphänomen einige „Worte zu ſagen, welches an unſerm muſtkaliſchen „Himmel, und irren wir nicht, ſchon zum zweiten Male „aufgegangen iſt. Freilich entzieht ſich daſſelbe eigent⸗ „lich der Kritik, da es in gewiſſen Kreiſen erſchienen, „die nur ſelten der öffentlichen Beſprechung unterliegen, „allein da es von großer Bedeutung iſt, ſo wird man „uns verzeihen, daß wir es unſrer Betrachtung unter⸗ „ziehen. Es iſt vor einigen Wochen ein Künſtlerpaar „in unſre Mitte getreten, deſſen ſeltene Virtuoſität „gerade uns entzückt, da es zum Theil, wie wir hören, „einem engliſchen Mäcen ſeine Vollendung verdanken „ſoll. Ein Herr von H... mit ſeiner Gattin hat in „einem Concerte bei Hofe und in verſchiedenen andern „Cirkeln geſpielt und die allgemeinſte Bewunderung „erregt. Irren wir nicht, ſo iſt der Violinvirtuoſe ein
„Schüler von Vieuxtemps, wenigſtens erinnert er zu⸗
„meiſt an ihn durch die Fülle des Tons ſeines Inſtru⸗ „ments, durch die graciöſe Sicherheit ſeines Bogens „und durch das feurige Colorit, das er ſeinen Vor⸗ „trägen einzuhauchen verſteht. Noch größer, bedeuten⸗ „der aber erſcheint uns ſeine Gattin, die, ihrer äußeren
„ſchönen Perſönlichkeit nach zu ſchließen, aus einem
„ſüdlichen Lande ſtammt, ohne Zweifel aber eine der


