Teil eines Werkes 
3. Theil (1859)
Entstehung
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ſie iſt natürlich von mir, da ich vorausſetzen muß, daß eine Spielerin wie Sie die Meiſterwerke unſrer Heroen ſämmtlich kennt, und ich Ihre Kräfte an einer Ihnen fremden Arbeit verſuchen muß. Sind Sie im Stande, dieſe Etüde vom Blatte zu ſpielen??“

Rachel überflog ruhig aber mit haarſcharfem Blick die wenigen Blätter, die ihr der Concertmeiſter über⸗ reiicht hatte, dann nickte ſie, ſetzte ſich und ſpielte das neueſte Werk des anweſenden Meiſters mit einer Voll⸗ eenndung, die nur wenig hinter der zurückſtand, mit welcher ſie das erſte Stück geſpielt.

„Es iſt gut,“ ſagte der Concertmeiſter, der ſich in

der That etwas verlegen fühlte, ruhig und langſam,

—„ich weiß, was ich wiſſen wollte. Sie können auch Das— auf eine Weiſe— wie ſie mir, gering geſagt, neu iſt. Iſt Ihnen die Mittagsſtunde von zwölf bis zwei Uhr zu unſern Uebungen recht?“

„Vollkommen! Aber darf ich nicht bitten, mich auch etwas von Ihrem Spiel hören zu laſſen?“

„Heute nicht, aber morgen ſtehe ich Ihnen zu Dienſten.“—

Wenige Minuten darauf hatten ſich die Damen wieder entfernt, der Concertmeiſter aber ſtand noch immer in ſeinem Zimmer vor dem Flügel und ſchien ſeine Gedanken noch gar nicht von ihnen losmachen

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