Teil eines Werkes 
3. Theil (1859)
Entstehung
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Worten begrüßt hatte, bat er Rachel, es ſich bequem zu machen und ihn eine Probe von ihren Leiſtungen. hören zu laſſen.

Rachel, ohne alle Beſorgniß und in ihrer gewöhn⸗ lichen Beſcheidenheit ſich leiſe und faſt unhörbar be⸗

wegend, legte Hut, Mantel und Handſchuhe ab, ſtrich ſich mit ihren alabaſternen Händen, auf die der Vir tuos ſogleich ſeine Augen gerichtet hatte, die üppig

fluthenden Locken aus dem Geſicht, und ließ ſich vor dem geöffneten Flügel nieder. 3

Was wollen Sie mich hören laſſen? fragte der Künſtl er mit einiger Erregung, denn ein Blick in das glühende Auge des jungen Mädchens belehrte ihn, daß er es mit einem menſchlichen Weſen zu thun habe, dem die Kunſt nicht allein in den Fingern, ſondern auch in der Seele wohne.

Was wünſchen Sie zu hören?

Das überlaſſe ich Ihnen. Spielen Sie Etwas, was Sie gern ſpielen.

Rachel lächelte, griff wie bewußtlos einige Mal in die Taſten und ließ dann den Eingang eines Ton⸗ ſtückes vernehmen, welches von dem Concertmeiſter ſelbſt herrührte und von ihm als eins ſeiner beſten, aber auch ſchwerſten betrachtet wurde. Nur wenige Minuten hatte Rachel geſpielt, ſo wurde der Künſtler,