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rers Spruch in einen Glaskörper verwandelt werden und ich könnte hineinſchauen wie in eine durchſichtige Kugel. Was würde ich da zu ſehen bekommen! Wie⸗
viel Räthſel des Lebens würden mir dadurch gelöſt
werden! Hui! Wie würden die Quellen des Da⸗ ſeins, des Schaffens und Wirkens in Gutem und Böſem ſo klar vor mir fließen, wie würde mir Alles offenbar werden, was mir jetzt dunkel und trübe iſt! Doch nein, nein, nein! ich möchte es lieber nicht ſe⸗ hen, es würde mir vielleicht alle Luſt am Leben, Glau⸗ ben und Hoffen verderben, denn ich würde es nicht begreifen können, warum es ſo und nicht anders iſt, was der Schöpfer dieſer Welt in ſeinem allweiſen Rathſchluß zu verbergen für gut befunden hat. Gute Nacht— gute Nacht, Ihr da trüben!—“
Das war ſein letzter Gedanke, den er dieſen Abend in ſeiner phantaſtiſchen Grübelei entwickelte. Dann ſofort ſich erhebend und tauſend Grüße nach Brenko⸗ witz ſendend, deſſen Fenſter ſich lange erhellt hatten, tauſend gute Wünſche für alle ſeine Lieben hegend, entfernte er ſich langſam, um noch eine Nacht auf dem treuen deutſchen Boden zu verbringen und von den Wünſchen zu träumen, die ſein Herz bald wie im Sturme aufrüttelten, bald wie in leiſer Windſtille mit der Hoffnung ihrer Erfüllung beſeligten.—
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