Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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nes Tages in einer Verkleidung der Dame ſeines Herzens auf einem Spaziergange anſichtig zu werden; er fand ſie noch eben ſo ſchön, ſogar anmuthiger und reizvoller als früher und ſeltſam! er liebte ſie und begehrte ihrer noch eben ſo ſehr, trotzdem ſie das Weib eines Anderen war. Eine ſolche Ausdauer in ſeinen Neigungen und Beſtrebungen konnte nur mein Herr hegen, ich kannte ihn vollkommen und ſo wußte ich auch, daß wir das Ziel unſers Umherſchweifens er⸗ reicht hatten. Von dieſem Augenblick an kam eine wunderbare Faſſung über Lord Shorncliffe. Er hatte wenigſtens einen Theil deſſen, was er Jahrelang ver⸗ geblich geſucht, gefunden und dadurch ward ſeine ver⸗ langende Seele beruhigt. Das Uebrige wiſſen Sie beinahe ſo genau wie ich. Mylord bot einem Guts⸗ beſitzer am Strande, dem nächſten Nachbar des Ba⸗ rons von Haldrungen, eine bedeutende Summe für ſein Gut, und erhandelte es, da er es weit über ſei⸗ nen Werth bezahlte, augenblicklich. Er ließ einen ge⸗ ſchickten Baumeiſter, der nichts von ſeinen Verhältniſ⸗ ſen und Abſichten wußte, aus Berlin kommen und er⸗ baute in einigen Jahren das ſchöne Schloß, worin wir jetzt ſelbſt ſitzen. Als es endlich fertig war, be⸗ gab er ſich hierher, um zeitweilig ſeinen Aufenthalt darin zu nehmen und auf Brenkowitz, das jetzt der