in Betreff des Auffindens ſeiner Tochter. Niemand wußte von einem Kinde, deſſen Namen Emily Glan⸗ don war, denn ſo war nach Thomas Morris Bericht das Mädchen getauft.
Jetzt begann für uns die unruhigſte Zeit. Der junge Lord hatte an keinem Orte Ruhe, und überall glaubte er Spuren der Verlorenen zu erblicken. Bald waren wir in Göttingen, bald wieder in Hamburg oder Danzig. Ueberall wurden Kundſchafter beſtellt und mit reichen Gaben bedacht, ohne daß irgendwo eine erwünſchte Entdeckung zu Tage gefördert ward. Da erfaßte den durch ſo viele fruchtloſe Bemühungen erſchöpften Lord eine tiefe Melancholie. Er kehrte nach England zurück und begrub ſich und ſeinen Schmerz in eins ſeiner vielen Schlöſſer, das am ein⸗ ſamſten, am weiteſten entfernt von allem Verkehr lag
und ſeinen Freunden am unbekannteſten war. Er ver⸗
kehrte mit Niemandem, ſah keinen Menſchen und ſchloß ſich Tage lang in ſeine Bibliothek oder ſein Muſikzimmer ein, wo er ſich durch Studien oder ſchwermüthige Melodieen die Zeit verkürzte. Selbſt
— mit mir ſprach er nur immer ſehr wenige Worte und
zwar nur zu beſtimmten Tageszeiten. Auf dieſe ſelt⸗ ſame Weiſe verſtrichen mehrere Jahre. Endlich er⸗
faßte ihn eine Sehnſucht nach Veränderung ſeines


